Willy Brandt

Willy Brandt wurde am 18. Dezember 1913 in Lübeck geboren. Durch seinen Stiefgroßvater Ludwig Frahm, der der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) angehörte, kam er 1925 in eine Kindergruppe dieser Partei.
1932 machte er sein Abitur, und ein Jahr später floh er vor den Nazis nach Norwegen. Auf verschiedenen Wegen leistete er Widerstand gegen den Faschismus. Nach dem Krieg war Willy Brandt von 1957 bis 1966 Regierender Bürgermeister von Berlin. Während seiner Amtszeit besuchte der amerikanische Präsident John F. Kennedy Berlin und rief vom Schöneberger Rathaus der begeisterten Menschenmenge „Ich bin ein Berliner » zu. 1966 wurde Willy Brandt Außenminister. 1969 wurde er zum Bundeskanzler gewählt. Willy Brandt leitete mit seiner sozialliberalen Koalition die Entspannungspolitik mit der Sowjetunion, Polen und der DDR ein. Während seines Polenbesuchs im Jahr 1970 sank Willy Brandt vor dem Ehrenmal der Helden des Ghettos in Warschau spontan in die Knie. Für seine Politik der Völkerverständigung und der Annäherung zwischen Ost und West wurde Willy Brandt 1971 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. 1974 trat er wegen der Guillaume Affäre vom Amt des Bundeskanzlers zurück. Günter Guillaume, einer seiner engen Mitarbeiter war als ein Spion der DDR enttarnt worden. Von 1964 bis 1987 war Willy Brandt Vorsitzender der SPD, und von 1976 bis zum Jahr seines Todes begleitete er das Präsidentenamt der Sozialistischen Internationale. Willy Brandt starb am 8. Oktober 1992 in Unkel. Sein Ehrengrab befindet in Berlin auf dem Waldfriedhof Zehlendorf.