{"id":351,"date":"2014-03-27T20:24:53","date_gmt":"2014-03-27T19:24:53","guid":{"rendered":"http:\/\/www.einjahrzitate.de\/?p=351"},"modified":"2024-11-02T16:39:25","modified_gmt":"2024-11-02T15:39:25","slug":"interview-williams-die-glasmenagerie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.einjahrzitate.de\/?p=351","title":{"rendered":"Interview: Tennessee Williams &#8211;  Rose, seine Schwester"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.einjahrzitate.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/perlen.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-353\" src=\"https:\/\/www.einjahrzitate.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/perlen.jpg\" alt=\"perlen\" width=\"800\" height=\"100\" srcset=\"https:\/\/www.einjahrzitate.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/perlen.jpg 800w, https:\/\/www.einjahrzitate.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/perlen-300x37.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/a><\/p>\n<h3><span style=\"color: #3366ff;\">Orelie:<\/span> Guten Tag, Herr Tennessee Williams. Ich danke Ihnen f\u00fcr Ihr Kommen, und wir wollen uns in diesem Gespr\u00e4ch \u00fcber Ihre Schwester Rose unterhalten, die in Ihrem St\u00fcck <i>Die Glasmenagerie<\/i> sowie in Ihrer Erz\u00e4hlung <i>Glasportr\u00e4t eines M\u00e4dchens<\/i> eine entscheidende Rolle inne hat. Wir k\u00f6nnen sagen, diese beiden St\u00fccke haben Sie Ihrer Schwester gewidmet, der Sie den Namen Laura gaben. Laura und somit Ihre Schwester besitzt eine Sammlung aus Glastieren, die ihr sehr wichtig ist. Was sagt sie in Bezug auf diese Tierchen?<\/h3>\n<h3><span style=\"color: #3366ff;\">Tennessee Williams:<\/span> Kleine Sachen, meist Ziergegenst\u00e4nde! Die meisten sind kleine Tiere aus Glas, die winzigsten kleinen Tiere der Welt. Deshalb nennt Mutter es auch eine Glasmenagerie! Hier ist eins davon. Das ist eins der \u00e4ltesten, schon fast dreizehn Jahre alt.<\/h3>\n<p>Tennessee Williams, <i>Die Glasmenagerie<\/i>, Fischer Verlag, Frankfurt am Main, April 2O11, S.96<\/p>\n<h3><span style=\"color: #3366ff;\">Orelie:<\/span> Diese Glastierchen befanden sich in dem Zimmer Ihrer Schwester.<\/h3>\n<h3><span style=\"color: #3366ff;\">Tennessee Williams:<\/span> Den ganzen Charme des Raumes machte die Glassammlung meiner Schwester aus. Sie liebte farbiges Glas und hatte ringsum an allen W\u00e4nden Borte, die mit kleinen Glasfig\u00fcrchen in hellen, zarten Farben vollgestellt waren. Sie wusch und polierte sie mit nimmerm\u00fcder Sorgfalt. Wenn man den Raum betrat, herrschte immer ein leuchtend irisierendes Schimmern in ihm, das von den Glasfig\u00fcrchen ausging. Ich wei\u00df nicht, wie viele d\u00fcnne, zarte Glassachen dort standen. Sicher Hunderte, doch Laura, die jede liebte, h\u00e4tte es genau sagen k\u00f6nnen.<\/h3>\n<p>Tennessee Williams, <i>Glasportr\u00e4t eines M\u00e4dchens<\/i>, Aufbau-Verlag, Berlin und Weimar, 1976, S.26<\/p>\n<h3><span style=\"color: #3366ff;\">Orelie:<\/span> Amanda, Lauras Mutter, versucht einen Verehrer f\u00fcr ihre gehemmte Tochter zu finden, die sehr ver\u00e4ngstigt auftritt. Deshalb soll ihr Bruder Tom einen Jungen aus dem Lagerhaus einladen, der auch kommt. Doch stellt sich heraus, dass Jim schon gebunden ist und bald heiraten wird. Sie machen Ihrer Mutter und auch Ihrem Vater starke Vorw\u00fcrfe, weil die beiden ihre Zustimmung gaben, dass an ihrer Schwester eine Lobotomie durchgef\u00fchrt wurde, nach der sie pflegebed\u00fcrftig war. Was werfen sie Ihren Eltern vor?<\/h3>\n<h3><span style=\"color: #3366ff;\">Tennessee Williams:<\/span> Sie kennen Miss Rose nicht und werden sie nie kennen, es sei denn, Sie lernten sie durch diese \u201eSache\u201d kennen, denn Laura in <i>Glasmenagerie<\/i> glich Miss Rose lediglich in ihrem unentrinnbaren \u201eAnders-Sein\u201d, an das jene alte Wildkatze Amanda durchaus nicht glauben wollte.<\/h3>\n<p>Tennessee Williams, <i>Memoiren<\/i>, Fischer Verlag, Frankfurt am Main, September 1979, S.162<\/p>\n<h3><span style=\"color: #3366ff;\">Orelie:<\/span> In Ihrer Erz\u00e4hlung <i>Glasportr\u00e4t eines M\u00e4dchens<\/i>,  beschreiben sie dieses \u201eAnders-Sein\u201d Ihrer Schwester mit einem einpr\u00e4gsamen Bild. Wie sieht dieses Bild aus?<\/h3>\n<h3><span style=\"color: #3366ff;\">Tennessee Williams:<\/span> Meine Schwester Laura lie\u00df sich noch weniger leicht einordnen als ich. Sie machte aus eigenem Antrieb \u00fcberhaupt keinen Schritt auf die Welt zu, sondern stand, um ein Bild zu gebrauchen, am Rande des Wassers mit F\u00fc\u00dfen, die sie aus Furcht vor der m\u00f6glichen gro\u00dfen K\u00e4lte nicht bewegte. Und ich bin sicher, dass sie sich niemals vom Fleck ger\u00fchrt h\u00e4tte, wenn meine Mutter, die f\u00fcr eine Frau ungew\u00f6hnlich energisch war, sie nicht r\u00fccksichtslos ins Wasser geworfen h\u00e4tte.<\/h3>\n<p><i>Glasportr\u00e4t eines M\u00e4dchens<\/i>, S.24<\/p>\n<h3><span style=\"color: #3366ff;\">Orelie:<\/span> Der Titel <i>Die Glasmenagerie<\/i> bezieht sich auf die Glassammlung Ihrer Schwester, die, wie wir schon gesagt haben, aus vielen sehr kleinen Glasfiguren bestand. Warum fand Rose einen solchen starken Gefallen an diesen Figuren?<\/h3>\n<h3><span style=\"color: #3366ff;\">Tennessee Williams:<\/span> Sie liebte farbiges Glas und hatte ringsum an allen W\u00e4nden Borte, die mit kleinen Glasfig\u00fcrchen in hellen, zarten Farben vollgestellt waren. Sie wusch und polierte sie mit nimmerm\u00fcder Sorgfalt. Wenn man den Raum betrat, herrschte immer ein leuchtend irisierendes Schimmern in ihm, das von den Glasfig\u00fcrchen ausging. Sie fingen auch den schw\u00e4chsten Lichtstrahl auf. Ich wei\u00df nicht, wie viele d\u00fcnne, zarte Glassachen dort standen. Sicher Hunderte.<\/h3>\n<p><i>Glasportr\u00e4t eines M\u00e4dchens<\/i>, S.26<\/p>\n<h3><span style=\"color: #3366ff;\">Orelie:<\/span> Bevor Sie St. Louis verlie\u00dfen und nach New Orleans zogen, erlebten Sie und Ihre Schwester viel miteinander. An was erinnern Sie sich?<\/h3>\n<h3><span style=\"color: #3366ff;\">Tennessee Williams:<\/span> Was taten wir abends, Rose und ich? Nun, meistens schlenderten wir durch die Gesch\u00e4ftsstra\u00dfen von University City. Es war eine Art rituelle Handlung, verbunden mit einem \u00dcberschwang der Empfindungen, den ich, glauben Sie mir, weder in der <i>Glasmenagerie<\/i> noch in der Erz\u00e4hlung <i>Portrait of a Girl in Glass<\/i>, auf der das Theaterst\u00fcck basiert, einfangen konnte.<\/h3>\n<p><i>Memoiren<\/i>, S.156<\/p>\n<h3><span style=\"color: #3366ff;\">Orelie:<\/span> Herr Tennessee Williams, ich danke Ihnen f\u00fcr dieses Gespr\u00e4ch.<\/h3>\n<div class='watch-action'><div class='watch-position align-right'><div class='action-like'><a class='lbg-style1 like-351 jlk' href='javascript:void(0)' data-task='like' data-post_id='351' data-nonce='166a765446' rel='nofollow'><img class='wti-pixel' src='https:\/\/www.einjahrzitate.de\/wp-content\/plugins\/wti-like-post\/images\/pixel.gif' title='Interessant' \/><span class='lc-351 lc'>+113<\/span><\/a><\/div><\/div> <div class='status-351 status align-right'><\/div><\/div><div class='wti-clear'><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Orelie: Guten Tag, Herr Tennessee Williams. Ich danke Ihnen f\u00fcr Ihr Kommen, und wir wollen uns in diesem Gespr\u00e4ch \u00fcber Ihre Schwester Rose unterhalten, die in Ihrem St\u00fcck Die Glasmenagerie sowie in Ihrer Erz\u00e4hlung Glasportr\u00e4t eines M\u00e4dchens eine entscheidende Rolle inne hat. 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