{"id":316,"date":"2014-02-15T00:17:13","date_gmt":"2014-02-14T23:17:13","guid":{"rendered":"http:\/\/www.einjahrzitate.de\/?p=316"},"modified":"2024-11-02T16:41:00","modified_gmt":"2024-11-02T15:41:00","slug":"interview-bonhoeffer-nachfolge","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.einjahrzitate.de\/?p=316","title":{"rendered":"Interview: Dietrich Bonhoeffer &#8211; Nachfolge"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-317\" src=\"https:\/\/www.einjahrzitate.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/sand.jpg\" alt=\"sand\" width=\"800\" height=\"100\" srcset=\"https:\/\/www.einjahrzitate.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/sand.jpg 800w, https:\/\/www.einjahrzitate.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/sand-300x37.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/p>\n<h3><span style=\"color: #3366ff;\">Orelie:<\/span> Guten Tag, Herr Dietrich Bonhoeffer. Ich hei\u00dfe Sie herzlich willkommen zu diesem Gespr\u00e4ch und habe mehrere Fragen zu dem Ruf Jesu in die Nachfolge, den Sie in Ihrem Buch <i>Nachfolge<\/i> ausf\u00fchrlich erl\u00e4utern. Zun\u00e4chst m\u00f6chte ich Sie nach dem Verh\u00e4ltnis zwischen dem Glaubenden und Jesus Christus fragen.<\/h3>\n<h3><span style=\"color: #3366ff;\">Dietrich Bonhoeffer:<\/span> Wir m\u00fcssen in die Situation des Glaubenk\u00f6nnens hinein. Wir m\u00fcssen den Schritt tun. Was hei\u00dft das? Es hei\u00dft, dass dieser Schritt nur recht geschieht, wenn wir ihn nicht im Blick auf unser Werk, das getan werden muss, sondern allein im Blick auf das Wort Jesu Christi hin tun, das uns dazu ruft.<\/h3>\n<p>Dietrich Bonhoeffer, <i>Nachfolge<\/i>, G\u00fctersloher Verlagshaus, G\u00fctersloh, 2008, S.55<\/p>\n<h3><span style=\"color: #3366ff;\">Orelie:<\/span> Was hie\u00df das f\u00fcr die Christen nach Hitlers Machtergreifung, also in einer Zeit, in der das nationalsozialistische Regime in Deutschland herrschte und seine Propaganda allgegenw\u00e4rtig war? Ihr Buch <i>Nachfolge<\/i> wurde 1937 ver\u00f6ffentlicht.<\/h3>\n<h3><span style=\"color: #3366ff;\">Dietrich Bonhoeffer:<\/span> Die Idee fordert Fanatiker, die keinen Widerstand kennen und achten. Die Idee ist stark. Das Wort Gottes aber ist so schwach, dass es sich von Menschen verachten und verwerfen l\u00e4sst. Aber in dieser Schw\u00e4che sind die Zeugen des Wortes frei von der kranken Unruhe der Fanatiker, sie leiden ja mit dem Wort. Gerade als die schwachen Zeugen aber sind sie von denen, die nicht weichen, sondern die bleiben &#8211; freilich allein dort, wo das Wort ist.<\/h3>\n<p><i>Nachfolge<\/i>, S.180-181<\/p>\n<h3><span style=\"color: #3366ff;\">Orelie:<\/span> Sie vergleichen die Zeugen des Wortes mit den J\u00fcngern Jesu und nennen sie auch die Boten. Doch besitzt jeder Mensch die Wagnisfreiheit, ein von Jesus Gerufener zu werden. Wie geschieht das?<\/h3>\n<h3><span style=\"color: #3366ff;\">Dietrich Bonhoeffer<\/span> Der von Jesus Gerufene lernt, dass er in seiner Beziehung zur Welt in einer T\u00e4uschung gelebt hat. Diese T\u00e4uschung hei\u00dft Unmittelbarkeit. Sie hat ihn am Glauben und am Gehorsam gehindert. Nun wei\u00df er, dass er selbst in den engsten Bindungen seines Lebens, in der Bindung des Blutes an Vater und Mutter, an Kinder, Br\u00fcder und Schwestern, in der ehelichen Liebe, in den geschichtlichen Verantwortlichkeiten keine Unmittelbarkeit haben kann. Es gibt seit Jesus f\u00fcr seinen J\u00fcnger keine nat\u00fcrlichen, keine geschichtlichen, keine erlebnism\u00e4\u00dfigen Unmittelbarkeiten. Es gibt f\u00fcr uns keinen Weg zum Anderen mehr, als den Weg \u00fcber Christus, \u00fcber sein Wort und unsere Nachfolge.<\/h3>\n<p><i>Nachfolge<\/i>, S.89-90<\/p>\n<h3><span style=\"color: #3366ff;\">Orelie:<\/span> Christus allein ist also der Mittler zwischen dem Gerufenen und der christlichen Gemeinde. Aber in den Gemeinden ging w\u00e4hrend der Nazizeit die Anzahl der Menschen, die die Boten h\u00f6ren wollten, drastisch zur\u00fcck. Worin bestand die Aufgabe der Boten?<\/h3>\n<h3><span style=\"color: #3366ff;\">Dietrich Bonhoeffer:<\/span> Die Verk\u00fcndigung der Boten ist kurz und klar. Sie melden den Anbruch des Gottesreiches, sie rufen zur Umkehr und zum Glauben. Sie kommen in der Vollmacht des Jesus von Nazareth. Mit Furcht und Staunen m\u00fcssen sie zugleich die Kraft und die Schwachheit des g\u00f6ttlichen Wortes erkennen. Weil aber die J\u00fcnger nichts gegen das Wort und \u00fcber das Wort hinaus erzwingen k\u00f6nnen noch sollen, darum bleiben sie nur dort, wo das Wort Gottes bleibt.<\/h3>\n<p><i>Nachfolge<\/i>, S.202-203<\/p>\n<h3><span style=\"color: #3366ff;\">Orelie:<\/span>: Mit der Predigt des Wort Gottes unterst\u00fctzten die Boten die zur Bekennenden Kirche geh\u00f6renden Gemeinden, die jede Synthese zwischen dem Christentum und der nationalsozialistischen Rassenideologie ablehnten.<\/h3>\n<h3><span style=\"color: #3366ff;\">Dietrich Bonhoeffer:<\/span> Der letzte Gedanke der Boten wird nicht auf den eigenen Weg, auf das eigene Leiden und auf den eigenen Lohn gerichtet sein, sondern auf das Ziel ihrer Arbeit, auf das Heil der Gemeinde.<\/h3>\n<p><i>Nachfolge<\/i>, S.211<\/p>\n<h3><span style=\"color: #3366ff;\">Orelie:<\/span> Herr Bonhoeffer, ich danke Ihnen f\u00fcr dieses Gespr\u00e4ch<\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div class='watch-action'><div class='watch-position align-right'><div class='action-like'><a class='lbg-style1 like-316 jlk' href='javascript:void(0)' data-task='like' data-post_id='316' data-nonce='166a765446' rel='nofollow'><img class='wti-pixel' src='https:\/\/www.einjahrzitate.de\/wp-content\/plugins\/wti-like-post\/images\/pixel.gif' title='Interessant' \/><span class='lc-316 lc'>+109<\/span><\/a><\/div><\/div> <div class='status-316 status align-right'><\/div><\/div><div class='wti-clear'><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Orelie: Guten Tag, Herr Dietrich Bonhoeffer. 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