{"id":2711,"date":"2023-11-03T16:39:00","date_gmt":"2023-11-03T15:39:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.einjahrzitate.de\/?p=2711"},"modified":"2024-11-18T17:41:54","modified_gmt":"2024-11-18T16:41:54","slug":"interview-thomas-mann-die-buddenbrooks","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.einjahrzitate.de\/?p=2711","title":{"rendered":"Interview: Thomas Mann &#8211; Die Buddenbrooks"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.einjahrzitate.de\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/Bandeau_Sonnenblume.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.einjahrzitate.de\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/Bandeau_Sonnenblume.jpg\" alt=\"\" width=\"800\" height=\"100\" class=\"alignnone size-full wp-image-2717\" \/><\/a><\/p>\n<h3><span style=\"color: #3366ff;\">Orelie:<\/span> Guten Tag, Herr Thomas Mann. Sie sind ein bedeutender deutscher Schriftsteller und erhielten 1929 den Nobelpreis f\u00fcr Literatur. Ich danke Ihnen, dass Sie zu diesem Gespr\u00e4ch gekommen sind, in dem wir \u00fcber Ihren ersten Roman <i>Die Buddenbrooks:Verfall einer Familie<\/i> sprechen wollen, der zu Ihrem Erhalt des Nobelpreises beitrug. Der Roman beginnt mit dem Jahr 1835. Das Familienoberhaupt Johannes Buddenbrook besitzt eine Getreidegro\u00dfhandlung. Seine erste Frau, die er z\u00e4rtlich geliebt hat, ist im Kindbett gestorben und er macht seither seinen gesund geborenen Sohn Gotthold f\u00fcr ihren Tod verantwortlich.<\/h3>\n<h3><span style=\"color: #3366ff;\">Thomas Mann:<\/span> Johann Buddenbrook schien dieses neue Wesen ehrlich und bitterlich gehasst zu haben, von dem Augenblick an, wo seine ersten kecken Regungen der Mutter gr\u00e4ssliche Schmerzen bereitet hatten, &#8211; gehasst zu haben, bis er gesund und lebhaft zur Welt kam, w\u00e4hrend Josephine, den blutleeren Kopf in die Kissen gew\u00fchlt, verschied, &#8211; und niemals diesem skrupellosen Eindringling, der kr\u00e4ftig und sorglos heranwuchs, den Mord der Mutter verziehen zu haben.<\/h3>\n<p>Thomas Mann, <i>Die Buddenbrooks:Verfall einer Familie<\/i>, Fischer Klassiker, Kindle, Amazon, S.29<\/p>\n<h3><span style=\"color: #3366ff;\">Orelie:<\/span> Sein Sohn Gotthold ehelicht ebenfalls eine Frau, die er liebt. Aber sein Vater missbilligt diese nicht standesgem\u00e4\u00dfe Heirat, da sie keine Firma, sondern nur einen Laden besitzt  und verst\u00f6\u00dft seinen Sohn mit einer Abfindung. Er selbst ist in zweiter Ehe mit Antoinette Duchamps verheiratet, die Madame Antoinette genannt wird und aus einer reichen, sehr angesehenen Hamburger Familie kommt. Die beiden haben eine Tochter und einen Sohn namens Jean, der als Gesch\u00e4ftsteilhaber seines Vaters f\u00fcr die Firma arbeitet. Er heiratet Elisabeth Kr\u00f6ger, die Bethsy genannt wird,  und seine Frau bringt eine sehr hohe Mitgift in die Ehe ein. Noch dazu ist Jean Konsul geworden und was sagt dieser von seinem Vater gelobte Sohn in einem Gespr\u00e4ch mit seiner Mutter \u00fcber die Heirat seines Stiefbruders Gotthold?<\/h3>\n<h3><span style=\" color: #3366ff;\">Thomas Mann:<\/span> Es soll nicht aussehen, als ob ich, der Stiefbruder, mich bei den Eltern eingenistet h\u00e4tte und gegen Gotthold intriguierte. Und dann bezahlen Bethsy und ich vorl\u00e4ufig eine ganz normale Miete f\u00fcr den zweiten Stock. Es ist seine Schuld, dies traurige Verh\u00e4ltnis! Urteilen Sie selbst! Warum konnte er nicht vern\u00fcnftig sein! Warum musste er diese Demoiselle St\u00fcwing heiraten und den \u2026 Laden. Es ist eine Schw\u00e4che, Vaters Widerwille gegen den Laden; aber Gotthold h\u00e4tte diese kleine Eitelkeit respektieren m\u00fcssen.<\/h3>\n<p><i>Ibid<\/i>, S.8<\/p>\n<h3><span style=\"color: #3366ff;\">Orelie:<\/span> Johann Buddenbrook und sein Sohn Jean setzen sich beide mit allen ihnen zur Verf\u00fcgung stehenden Kr\u00e4ften und Mitteln f\u00fcr den Erhalt der Firma ein. Aber in ihrem jeweiligen Charakter sind Unterschiede festzustellen, was in einem Gespr\u00e4ch der beiden \u00fcber ihre Haltung zur Natur zum Ausdruck kommt.  K\u00f6nnen Sie dieses Gespr\u00e4ch wiedergeben?<\/h3>\n<h3><span style=\"color: #3366ff;\">Thomas Mann:<\/span> \u201eEs ist eine Schande, dieser Urwald! Welch nett Besitztum, wenn das Gras gepflegt, die B\u00e4ume h\u00fcbsch kegel- und w\u00fcrfelf\u00f6rmig beschnitten w\u00e4ren.\u201d Der Konsul protestierte mit Eifer. \u201eIch ergehe mich Sommers dort gern im Gestr\u00fcpp; aber alles w\u00e4re mir verdorben, wenn die sch\u00f6ne, freie Natur so kl\u00e4glich zusammengeschnitten w\u00e4re.\u201d \u201eAber wenn die freie Natur doch mir geh\u00f6rt, habe ich da zum Kuckuck nicht das Recht, sie nach meinem Belieben herzurichten.\u201d \u201eAch Vater, wenn ich dort im hohen Grase unter dem wuchernden Geb\u00fcsch liege, ist es mir eher, als geh\u00f6rte ich der Natur und als h\u00e4tte ich nicht das mindeste Recht \u00fcber sie.\u201d<\/h3>\n<p><i>Ibid.<\/i>, S.154<\/p>\n<h3><span style=\"color: #3366ff;\">Orelie:<\/span> Im Jahr 1841 stirbt Madame Antoinette und ihr Mann setzt ihren gemeinsamen Sohn Jean als alleinigen Inhaber der Firma ein. Der Firmengr\u00fcnder Johann stirbt einige Jahre sp\u00e4ter. Jean und seine Frau Elisabeth bekommen vier Kinder: Thomas, Antonie, die Tony genannt wird, Christian und Clara. Tony heiratet aus Standesgr\u00fcnden einen Herrn Gr\u00fcnlich, obwohl dessen \u00c4u\u00dferes sie abschreckt und sie sich in einen anderen Mann, der ihr gef\u00e4llt, verliebt hat. Herr Gr\u00fcnlich und sie bekommen eine Tochter, die sie Erika nennen. Aber der einst hoch angesehene Herr Gr\u00fcnlich entlarvt sich als Betr\u00fcger und es kommt zur Scheidung. Daraufhin wird Tony Frau Permaneder. Aber ihr Mann, mit dem sie nach M\u00fcnchen zieht, ist nur auf ihre Mitgift aus. Ihr zweites Kind, ein M\u00e4dchen, stirbt kurz nach seiner Geburt. Nachdem ihr Mann sich in betrunkenem Zustand an der K\u00f6chin Babette vergreift, will Tony wieder die Scheidung einreichen, was sie ihrem Bruder Thomas, der Senator geworden ist, zu verstehen gibt.<\/h3>\n<h3><span style=\"color: #3366ff;\">Thomas Mann:<\/span> \u201eDu meinst, dass er sich widersetzen wird und zwar wegen meiner 17000 Thaler Courant; aber Gr\u00fcnlich hat auch nicht gewollt, und man hat ihn gezwungen. Gewiss, es war etwas Anderes. Damals war es \u201eUnf\u00e4higkeit des Mannes, seine Familie zu ern\u00e4hren\u201d! Das \u00e4ndert nichts an meinen Entschl\u00fcssen. Wie? Ist nur das Schande und Skandal im Leben, was laut wird und unter die Leute kommt? Ach nein! Der heimliche Skandal, der im Stillen an Einem zehrt und die Selbstachtung wegfrisst, der ist viel schlimmer! Sind wir Buddenbrooks Leute, die nach au\u00dfen hin \u201etip-top\u201d sein wollen, wie ihr hier immer sagt, und zwischen unseren vier W\u00e4nden daf\u00fcr Dem\u00fctigungen hinunterw\u00fcrgen? Stelle dir Vater vor, wie er sich heute verhalten w\u00fcrde und dann urteile in seinem Sinne!\u201d<\/h3>\n<p><i>Ibid.<\/i>, S.231-232<\/p>\n<h3><span style=\"color: #3366ff;\">Orelie:<\/span> Ihr gemeinsamer Vater Jean ist im Jahr 1855 unerwartet gestorben. Er wusste, genauso wie sein Sohn Thomas, dass Tony viel Standesd\u00fcnkel besitzt. So wirft Thomas seiner Schwester vor, sich nie an die M\u00fcnchner Gesellschaft angepasst zu haben. Es kommt dennoch zur Scheidung.  Thomas wei\u00df, dass er seit dem Tod seines Vaters allein f\u00fcr den Erhalt der Firma verantwortlich ist. Von seinem Bruder Christian kann er keine Hilfe erwarten. Warum?<\/h3>\n<h3><span style=\"color: #3366ff;\">Thomas Mann:<\/span> Um seine Gesch\u00e4fte stand es jammervoll, und obgleich er best\u00e4ndig einer Reihe von Beschwerden unterlag, schien er sich, im Restaurant, im Zirkus, im Theater, doch k\u00f6niglich zu am\u00fcsieren, und, den Schulden nach zu urteilen, die jetzt zu Tage kamen, und die er auf seinen gut klingenden Namen hin hatte machen k\u00f6nnen, weit \u00fcber seine Verh\u00e4ltnisse zu leben. Man wusste es, wer vor allem schuld daran war. Es war eine weibliche Person, eine alleinstehende Dame, die Aline Puvogel hie\u00df und zwei h\u00fcbsche Kinder besa\u00df. Von den Hamburger Kaufherren stand nicht Christian Buddenbrook allein zu ihr in engen und kostspieligen Beziehungen.<\/h3>\n<p><i>Ibid.<\/i>, S.236 <\/p>\n<h3><span style=\"color: #3366ff;\">Orelie:<\/span> Thomas und seine Frau Gerda bekommen einen Sohn namens Hanno, der einmal die Firma \u00fcbernehmen soll. Dennoch macht sein Vater sich seine Gedanken dar\u00fcber.<\/h3>\n<h3><span style=\"color: #3366ff;\">Thomas Mann:<\/span> H\u00e4tte Senator Buddenbrook zwei S\u00f6hne besessen, so h\u00e4tte er den J\u00fcngeren ohne Frage das Gymnasium absolvieren und studieren lassen. Aber die Firma verlangte einen Erben, und abgesehen hiervon glaubte er, dem Kleinen eine Wohltat zu erweisen, wenn er ihn der unn\u00f6tigen M\u00fchen mit dem Griechischen erhob. Er war der Meinung, dass das Realpensum leichter zu bew\u00e4ltigen sei, und dass Hanno, mit seiner oft schwerf\u00e4lligen Auffassung, seiner tr\u00e4umerischen Unaufmerksamkeit und seiner k\u00f6rperlichen Zartheit, die ihn allzu oft n\u00f6tigte, die Schule zu vers\u00e4umen, in den Realklassen ohne \u00dcberanstrengung schneller und ehrenvoller vorw\u00e4rts kommen werde.<\/h3>\n<p><i>Ibid.<\/i>, S.374<\/p>\n<h3><span style=\"color: #3366ff;\">Orelie:<\/span> Senator Thomas Buddenbrook wird sich gewahr, dass sein Sohn Hanno als Nachfolger der Firma, die viele Krisen durchmachen muss, kaum geeignet ist und er selbst verliert mehr und mehr an Mut und an Kraft. Nach einem  Zahnarztbesuch, bei dem ihm ein Zahn gezogen wird, schwindelt ihm und er st\u00fcrzt mit dem Gesicht auf das Stra\u00dfenpflaster. Einige Tage sp\u00e4ter stirbt der Senator. Aber was hat er zuvor noch beschlossen?<\/h3>\n<h3><span style=\"color: #3366ff;\">Thomas Mann:<\/span> Die Dinge lagen so, dass liquidiert werden, dass die Firma verschwinden sollte und zwar binnen eines Jahres; dies war des Senators letztwillige Bestimmung. Frau Permaneder zeigte sich heftig bewegt hier\u00fcber. Die Tatsache, dass ihr Bruder \u00fcber seinen Sohn und einzigen Erben hinweggegangen war, dass er f\u00fcr ihn nicht hatte die Firma am Leben erhalten wollen, entt\u00e4uschte und schmerzte sie sehr. Manche Stunde weinte sie dar\u00fcber, dass man sich des ehrw\u00fcrdigen Firmenschildes, dieses durch vier Generationen \u00fcberlieferten Kleinods ent\u00e4u\u00dfern, dass man seine Geschichte abschlie\u00dfen sollte, w\u00e4hrend doch ein nat\u00fcrlicher Erbfolger vorhanden war. Aber dann tr\u00f6stete sie sich damit, dass das Ende der Firma ja nicht geradezu dasjenige der Familie sei, und dass ihr Neffe eben ein junges und neues Werk werde beginnen m\u00fcssen, um seinem hohen Berufe nachzukommen, der ja darin bestand, dem Namen seiner V\u00e4ter Glanz und Klang zu erhalten und die Familie zu neuer Bl\u00fcte zu bringen. Nicht umsonst besa\u00df er soviel \u00c4hnlichkeit mit seinem Urgro\u00dfvater.<br \/>\n<i>Ibid.<\/i>, S.421<\/p>\n<h3><span style=\"color: #3366ff;\">Orelie:<\/span> Hannos Begabung ist k\u00fcnstlerischer Natur und genauer gesagt besitzt er eine musikalische Begabung. So ist er bei einer Lohengrin Auff\u00fchrung, die er mit seiner Mutter besucht, vollkommen hingerissen.<\/h3>\n<h3><span style=\"color: #3366ff;\">Thomas Mann:<\/span> Und dann war das Gl\u00fcck zur Wirklichkeit geworden. Es war \u00fcber ihn gekommen mit seinen Weihen und Entz\u00fcckungen, seinem heimlichen Erschauern und Erbeben, seinem pl\u00f6tzlichen innerlichen Schluchzen, seinem ganzen \u00fcberschw\u00e4nglichen und uners\u00e4ttlichen Rausche. Freilich die billigen Geigen des Orchesters hatten beim Vorspiel ein wenig versagt, und ein dicker, eingebildeter Mensch mit brotblondem Vollbarte war im Nachen ein wenig ruckweise herangeschwommen. Auch war in der Nachbarloge sein Vormund Herr Stephan Kistenmaker zugegen gewesen und hatte gemurrt, dass man den Jungen auf solche Weise zerstreue und von seinen Pflichten ablenke. Aber dar\u00fcber hatte ihn die s\u00fc\u00dfe und verkl\u00e4rte Herrlichkeit, auf die er lauschte, hinweggehoben.<\/h3>\n<p><i>Ibid.<\/i>, S.424<\/p>\n<h3><span style=\"color: #3366ff;\">Orelie:<\/span> Kommen wir auf Christian zu sprechen, der nach dem Tod seines Bruders nicht einmal ein Jahr wartet, um Aline Puvogel zu heiraten. Doch wie gestaltet sich seine Ehe?<\/h3>\n<h3><span style=\"color: #3366ff;\">Thomas Mann:<\/span> \u00dcber Christian lagen betr\u00fcbende Nachrichten vor. Die  Ehe schien sein Befinden nicht g\u00fcnstig beeinflusst zu haben. Unheimliche Wahnideen und Zwangsvorstellungen hatten sich bei ihm in verst\u00e4rktem Ma\u00dfe wiederholt, und auf Veranlassung seiner Gattin und eines Arztes hatte er sich nunmehr in eine Anstalt begeben. Er war nicht gern dort, schrieb lamentierende Briefe an die Seinen und gab dem heftigen Wunsche Ausdruck, aus dieser Anstalt, in der man ihn sehr streng zu behandeln schien, wieder befreit zu werden. Aber man hielt ihn fest, und das war wohl das Beste f\u00fcr ihn. Jedenfalls setzte es seine Gemahlin in den Stand, unbeschadet der praktischen und ideellen Vorteile, die sie der Heirat verdankte, ihr fr\u00fcheres unabh\u00e4ngiges Leben ohne R\u00fccksicht und Behinderung fortzuf\u00fchren.<\/h3>\n<p><i>Ibid.<\/i>, S.423-424<\/p>\n<h3><span style=\"color: #3366ff;\">Orelie:<\/span> Hanno Buddenbrook stirbt an Typhus und seine Mutter Gerda wird zu ihrem Vater, der in Amsterdam wohnt, zur\u00fcckkehren. Wie beurteilt ihre Schw\u00e4gerin diese Entscheidung?\u201d<\/h3>\n<h3><span style=\"color: #3366ff;\">Thomas Mann:<\/span> Frau Permaneder hatte diesem Entschlusse nichts mehr entgegenzuhalten. Sie ergab sich darein, aber in ihrem Inneren war sie tief ungl\u00fccklich dar\u00fcber. W\u00e4re die Witwe des Senators in der Stadt verblieben, h\u00e4tte sie sich Platz und Rang in der Gesellschaft gewahrt, und ihr Verm\u00f6gen am Platze gelassen, so w\u00e4re dem Namen der Familie doch ein wenig Prestige erhalten geblieben. Mochte dem nun wie immer sein, Frau Antonie war gewillt, den Kopf hoch zu tragen, solange sie \u00fcber der Erde weilte und Menschen auf sie blickten. Ihr Gro\u00dfvater war viersp\u00e4nnig \u00fcber Land gefahren.<br \/>\n<i>Ibid.<\/i>, S.458<\/p>\n<h3><span style=\"color: #3366ff;\">Orelie:<\/span> In der Tat will Frau Permaneder, die Tochter von Jean Buddenbrook, alles tun, um die Familie dennoch zusammenzuhalten und ihre Tradition zu pflegen.<\/h3>\n<h3><span style=\"color: #3366ff;\">Thomas Mann:<\/span> Dann kam Frau Permaneder auf das Leben zu sprechen, nahm es von seiner wichtigsten Seite und stellte Betrachtungen an \u00fcber Vergangenheit und Zukunft, obgleich \u00fcber die Zukunft fast gar nichts zu sagen war. \u201eJa, wenn ich tot bin, kann Erika meinetwegen auch davonziehen\u201d, sagte sie, \u201eaber ich halte es sonst nirgends aus, und solange ich am Leben bin, wollen wir hier zusammenhalten, wir paar Leute, die wir \u00fcbrig bleiben. Einmal in der Woche kommt ihr zu mir zum Essen. Und dann lesen wir in den Familienpapieren. Sie ber\u00fchrte die Mappe, die vor ihr lag.\u201d<\/h3>\n<p><i>Ibid.<\/i>, S.458-459<\/p>\n<h3><span style=\"color: #3366ff;\">Orelie:<\/span> Und sie denkt auch voller Wehmut an ihren Neffen Hanno.<\/h3>\n<h3><span style=\"color: #3366ff;\">Thomas Mann:<\/span> \u201eIch habe ihn so geliebt\u201d, schluchzte sie. \u201eIhr wisst nicht, wie sehr ich ihn geliebt habe\u2026 mehr als ihr Alle&#8230;ja, verzeih Gerda, du bist die Mutter. Ach, er war ein Engel.\u201d<\/h3>\n<p><i>Ibid.<\/i>, S.459<\/p>\n<h3><span style=\"color: #3366ff;\">Orelie:<\/span> Herr Thomas Mann, ich danke Ihnen f\u00fcr dieses Gespr\u00e4ch.<\/h3>\n<div class='watch-action'><div class='watch-position align-right'><div class='action-like'><a class='lbg-style1 like-2711 jlk' href='javascript:void(0)' data-task='like' data-post_id='2711' data-nonce='b5ccdaea7f' rel='nofollow'><img class='wti-pixel' src='https:\/\/www.einjahrzitate.de\/wp-content\/plugins\/wti-like-post\/images\/pixel.gif' title='Interessant' \/><span class='lc-2711 lc'>0<\/span><\/a><\/div><\/div> <div class='status-2711 status align-right'><\/div><\/div><div class='wti-clear'><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Orelie: Guten Tag, Herr Thomas Mann. Sie sind ein bedeutender deutscher Schriftsteller und erhielten 1929 den Nobelpreis f\u00fcr Literatur. 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