{"id":2688,"date":"2023-09-15T09:42:41","date_gmt":"2023-09-15T08:42:41","guid":{"rendered":"https:\/\/www.einjahrzitate.de\/?p=2688"},"modified":"2024-11-18T17:57:30","modified_gmt":"2024-11-18T16:57:30","slug":"interview-rut-brandt-lebenserinnerungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.einjahrzitate.de\/?p=2688","title":{"rendered":"Interview: Rut Brandt &#8211; Lebenserinnerungen"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.einjahrzitate.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/fleurs_rouges.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.einjahrzitate.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/fleurs_rouges.png\" alt=\"\" width=\"800\" height=\"100\" class=\"alignnone size-full wp-image-2702\" srcset=\"https:\/\/www.einjahrzitate.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/fleurs_rouges.png 800w, https:\/\/www.einjahrzitate.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/fleurs_rouges-300x38.png 300w, https:\/\/www.einjahrzitate.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/fleurs_rouges-768x96.png 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/a><\/p>\n<h3><span style=\"color: #3366ff;\">Orelie:<\/span> Guten Tag, Frau Rut Brandt. Sie haben die norwegische als auch deutsche Staatsb\u00fcrgerschaft und waren von 1948 bis 1980 mit dem ehemaligen Bundeskanzler Willy Brandt verheiratet. Ich freue mich, dass Sie zu diesem Gespr\u00e4ch gekommen sind, in dem wir \u00fcber Pers\u00f6nliches aus Ihrem Leben sprechen wollen. Sie wurden am 10. Januar 1920 im norwegischen Hamar geboren. K\u00f6nnen Sie Bedeutendes aus Ihrer Kindheit erz\u00e4hlen?<\/h3>\n<h3><span style=\"color: #3366ff;\">Rut Brandt:<\/span> An Vater erinnere ich mich durch Mutter. Er starb an einem schweren und grauen Oktobertag, als ich drei Jahre alt war. Er war Chauffeur und Kutscher auf Atlungstad, einem Gut mit Feldern, knapp zehn Kilometer s\u00fcdlich von Hamar. F\u00fcr Mutter musste die Zukunft d\u00fcster ausgesehen haben, als er starb. Da sa\u00df sie, Mitte drei\u00dfig, mit vier Kindern zwischen sieben und eins, ohne Arbeit, ohne soziale Absicherung. Aber Mutter hatte Gl\u00fcck. Ihr Bruder war Werkmeister in der Milchfabrik und er verschaffte ihr dort Areit.<br \/>\n<\/h3>\n<p>Rut Brandt, <i>Freundesland<\/i>, Econ Taschenbuch Verlag,D\u00fcsseldorf, 1996, S.28-29<\/p>\n<h3><span style=\"color: #3366ff;\">Orelie:<\/span> Wie haben Sie, obwohl Sie noch sehr jung waren, Ihren Vater in Erinnerung?<\/h3>\n<h3><span style=\" color: #3366ff;\">Rut Brandt:<\/span> Die Erinnerung an ihn durch Mutter lie\u00df ihn f\u00fcr mich nicht lebendig werden; er war unwirklich, fremd und ohne Makel. Nur wenn Mutter \u00fcber seine Krankheit erz\u00e4hlte \u2013 er starb an Tuberkulose \u2013, wurde er zu Fleisch und Blut. Von seinen Leiden seiner Krankheit und ihrer Trauer \u00fcber seinen Tod zu h\u00f6ren, konnte ich nicht ertragen.<\/h3>\n<p><i>Ibid<\/i>, S.32<\/p>\n<h3><span style=\"color: #3366ff;\">Orelie:<\/span> Sie haben eine angenehme Erinnerung an die Sonntage, die Sie zusammen mit Ihren drei Geschwistern  und Ihrer Mutter verbringen konnten.<\/h3>\n<h3><span style=\"color: #3366ff;\">Rut Brandt:<\/span> Sonntag war ein guter Tag. Mutter war zu Hause und verbreitete Wohlbehagen. Wenn der Sonnenschein \u00fcber den frisch gescheuerten K\u00fcchenboden schien, wenn der Fr\u00fchst\u00fcckstisch festlich gedeckt war mit Eiern und Ansjovis, Dauerwurst und Presswurst, K\u00e4se und Marmelade auf selbstgebackenem Brot. Am Sonntagnachmittag konnte es geschehen, dass wir eingeladen wurden, um die Kindersendung im Radio zu h\u00f6ren. Wir sa\u00dfen da mit gro\u00dfen Augen und Kopfh\u00f6rern an den Ohren und lauschten den M\u00e4rchen, die sie uns fernab in Oslo erz\u00e4hlten.<\/h3>\n<p><i>Ibid.<\/i>, S.34<\/p>\n<h3><span style=\"color: #3366ff;\">Orelie:<\/span> Als Jugendliche traten Sie der Arbeiterbewegung bei. W\u00e4hrend der deutschen Besatzung, die im Fr\u00fchjahr 1940 begann, beteiligten Sie sich an der Herstellung und Verteilung verbotener Zeitungen. Im Sommer 1942 hielten Sie und Ihre Schwester Tulla, nachdem Sie von der Gestapo verh\u00f6rt worden waren, es f\u00fcr ratsam, in das freie Schweden zu kommen, was ihnen beiden gelang. K\u00f6nnen Sie etwas \u00fcber diesen beschwerlichen und gef\u00e4hrlichen Weg mitteilen?<\/h3>\n<h3><span style=\"color: #3366ff;\">Rut Brandt:<\/span> Es fing an zu nieseln, und wir mussten uns bewegen, um nicht zu frieren. Wir gingen in die Richtung, die wir f\u00fcr Osten hielten, und endlich sahen wir einen Streifen am Horizont, einen dunklen Streifen. Das konnte nichts anderes sein als B\u00e4ume, und dann w\u00fcrden wir Wasser finden, und wir w\u00fcrden in Schweden ankommen. Dann w\u00fcrden wir Essen und etwas Warmes zu trinken bekommen. Wir w\u00fcrden unsere Kleider trocknen und unsere F\u00fc\u00dfe pflegen k\u00f6nnen, die voller Blasen waren. Und dann w\u00fcrden wir schlafen. Wir stolperten den Pfad entlang, hielten uns an Zweigen fest, um nicht auszurutschen. Pl\u00f6tzlich standen wir vor einer kleinen Feldscheune. Wir waren durchn\u00e4sst und m\u00fcde. Wir stie\u00dfen die T\u00fcr auf, nahmen unsere Schlafs\u00e4cke und krochen hinein, ohne uns auszuziehen. \u201eNur f\u00fcnf Kilometer bis zur Grenze.\u201d Wir waren f\u00fcnfzehn Stunden gelaufen.<\/h3>\n<p><i>Ibid.<\/i>, S.21-22<\/p>\n<h3><span style=\"color: #3366ff;\">Orelie:<\/span> In Schweden trafen Sie Ihren langj\u00e4hrigen Freund Ole Olstadt Bergaust wieder, der auch dem norwegischen Widerstand angeh\u00f6rte. Sie heirateten im Herbst 1942. Doch Ole, den Sie Brum nannten, litt an Tuberkulose und starb Weihnachten 1946. Er hat also die Befreiung Norwegens noch erlebt. Was k\u00f6nnen Sie zu diesen bewegenden Tagen im Mai 1945 sagen?<\/h3>\n<h3><span style=\"color: #3366ff;\">Rut Brandt:<\/span> Die Lokale waren \u00fcberf\u00fcllt. Aber allen wurde noch ein Platz freigemacht. Heute waren wir Br\u00fcder, Schweden, D\u00e4nen und Norweger. Immer wieder die norwegische, d\u00e4nische und schwedische Nationalhymne. Viele f\u00fchlten den Drang, eine Rede zu halten. Die Gef\u00fchle explodierten. Die Freude war \u00fcberw\u00e4ltigend und grenzenlos. Der Friede war ausgebrochen.<\/h3>\n<p><i>Ibid.<\/i>, S.88 <\/p>\n<h3><span style=\"color: #3366ff;\">Orelie:<\/span> Kommen wir auf Willy Brandt zu sprechen, den Sie in Schweden kennenlernten und sie beide verliebten sich ineinander. F\u00fcr das Jahr 1947 erhielt Willy Brandt eine Stelle als Presseattach\u00e9 in Berlin, die er annahm. Im Fr\u00fchjahr 1947 folgten Sie ihm in diese Stadt, in der sie nun zu den Besatzern geh\u00f6rten. Wie empfanden Sie diesen Umstand?<\/h3>\n<h3><span style=\"color: #3366ff;\">Rut Brandt:<\/span> An uns war nichts Milit\u00e4risches bis auf  die Uniform. Aber die machte den Unterschied. Sie zeigte, wozu wir geh\u00f6rten. Wir waren Besatzer, und wir sollten auf jede Art von der deutschen Bev\u00f6lkerung getrennt werden. Wir lebten in beschlagnahmten H\u00e4usern mit beschlagnahmten M\u00f6beln und schliefen in beschlagnahmten Betten. Die Verpflegung wurde von ausw\u00e4rts importiert: Wir a\u00dfen in alliierten Restaurants, kauften in alliierten Gesch\u00e4ften, zahlten mit alliiertem Milit\u00e4rgeld und gingen in alliierte Kinos und Clubs.<\/h3>\n<p><i>Ibid.<\/i>, S.109-110<\/p>\n<h3><span style=\"color: #3366ff;\">Orelie:<\/span> Am 4. September 1948 heirateten Sie und Willy Brandt und sie wurden von dem Feldpfarrer der norwegischen Staatskirche getraut. Warum?<\/h3>\n<h3><span style=\"color: #3366ff;\">Rut Brandt:<\/span> Wir waren ja beide norwegische Staatsb\u00fcrger. Willy wurde kurze Zeit sp\u00e4ter in Kiel wieder eingeb\u00fcrgert, und seinen Decknamen Willy Brandt bekam er dann vom Polizeipr\u00e4sidenten in Berlin zugeeignet. Aber mich machte die Ehe nicht automatisch zur deutschen Staatsb\u00fcrgerin. Der deutsche Staat existierte 1948 noch nicht. Am Anfang der f\u00fcnfziger Jahre beantragte ich die deutsche Staatsb\u00fcrgerschaft und verlor dabei meine norwegische.<\/h3>\n<p><i>Ibid.<\/i>, S.139-140<\/p>\n<h3><span style=\"color: #3366ff;\">Orelie:<\/span> Was \u00e4nderte sich nach dem Mauerbau im August 1961, noch dazu Ihr Mann im Jahr 1957 Regierender B\u00fcrgermeister der Stadt geworden war?<\/h3>\n<h3><span style=\"color: #3366ff;\">Rut Brandt:<\/span> Die Mauer wuchs vom Stacheldrahtverhau zu einer um ganz West-Berlin gezogenen, hohen Gef\u00e4ngnismauer. Ihre massive Brutalit\u00e4t wurde die Ursache f\u00fcr viele menschliche Trag\u00f6dien. In der ersten Zeit gelang es manchen zu fl\u00fcchten. Sie sprangen aus Fenstern, die an die Westsektoren grenzten. Sie durchschwammen Fl\u00fcsse und Kan\u00e4le. Aber die Fenster wurden zugemauert und die Schlupfl\u00f6cher gestopft. Es gab verzweifelte Versuche durchzubrechen, mit Lastwagen und sogar mit einer Lokomotive, oder einfach \u00fcber die Mauer zu klettern und durch den Kugelregen zu laufen. Einigen gl\u00fcckte es, andere kamen zu Tode. L\u00e4ngs der Mauer, auf ihrer Westseite, lagen Kr\u00e4nze und Blumen als Erinnerung an diejenigen, die es nicht geschafft hatten. Junge Menschen, meist Studenten, gruben Tunnel von West nach Ost und lotsten Fluchtwillige hindurch, bis der Weg entdeckt wurde. Berlin war um eine widerliche Attraktion bereichert worden. Touristen und Schulklassen kamen zuhauf und betrachteten die Mauer mit Verwunderung und Grauen. Wurstbuden schossen aus dem Boden, und die mauernahen Kneipen gingen gut. Ausl\u00e4ndische Staatsm\u00e4nner und Politiker f\u00fchrten wir auf einen Aussichtsturm, der sofort errichtet worden war. Dort standen wir mit Ferngl\u00e4sern und sahen den Volkspolizisten in die Augen, die auf der anderen Seite auf den Wacht\u00fcrmen mit ihren Feldstechern standen. <\/h3>\n<p><i>Ibid.<\/i>, S.180-181<\/p>\n<h3><span style=\"color: #3366ff;\">Orelie:<\/span> Nachdem Willy Brandt Ende 1966 Au\u00dfenminister geworden war, zogen Sie in die Bundeshauptstadt Bonn um. Wie waren Ihre Gef\u00fchle?<\/h3>\n<h3><span style=\"color: #3366ff;\">Rut Brandt:<\/span> Zu meiner Verwunderung entdeckte ich bald, dass ich mich in Bonn wohl f\u00fchlte. Nat\u00fcrlich fehlten mir Berlin und Peter, der dort lebte, und die Freunde, Theater und Konzerte. Aber ich flog dann einfach f\u00fcr einen oder zwei Tage hin\u00fcber. Ostern fuhr ich mit Matthias nach Norwegen. Es war ein herrliches neues Freiheitsgef\u00fchl, den Wagen vollpacken zu k\u00f6nnen, ohne zu f\u00fcrchten, dass man Sachen dabei h\u00e4tte, die vor den Augen der Volkspolizisten keine Gnade finden w\u00fcrden. Das konnte ja etwas so Harmloses wie eine Westzeitung sein.<\/h3>\n<p><i>Ibid.<\/i>, S.241-242<\/p>\n<h3><span style=\"color: #3366ff;\">Orelie:<\/span> Ihre beiden ersten Kinder, Peter und Lars, den sie Lasse nannten, kamen 1948 und 1951 auf die Welt. Matthias wurde zehn Jahre sp\u00e4ter geboren. Wie Sie schon sagten blieb Peter in Berlin, weil er nur ein Jahr bis zum Abitur hatte. Und wie sah es f\u00fcr ihre zwei anderen S\u00f6hne aus?<\/h3>\n<h3><span style=\"color: #3366ff;\">Rut Brandt:<\/span> Lasse mussten wir \u00fcberreden und ihm versprechen, dass er jeden Monat nach Berlin reisen d\u00fcrfe, um seine Freunde zu besuchen. Eine Zeitlang tat er das, dann wurde es seltener. Er fand in der Schule neue Freunde und f\u00fchlte sich in seinen beiden kleinen Dachstuben in Bonn schlie\u00dflich  sehr wohl. Matthias hatte einige Monate die deutsch-amerikanische Schule in Dahlem besucht. F\u00fcr ihn gab es keine Probleme; vielleicht empfand er es als ein wenig spannend. F\u00fcr den F\u00fcnfj\u00e4hrigen war es doch das Beste, bei der Mutti zu sein.<\/h3>\n<p><i>Ibid.<\/i>, S.236-237<\/p>\n<h3><span style=\"color: #3366ff;\">Orelie:<\/span> Frau Rut Brandt, kommen wir nun auf die Aff\u00e4re G\u00fcnter Guillaume zu sprechen, die Willy Brandt, der am 1969 Bundeskanzler geworden war, dazu verurteilte, als Kanzler zur\u00fcckzutreten.<\/h3>\n<h3><span style=\"color: #3366ff;\">Rut Brandt:<\/span> Im Radio wurde gemeldet, dass der pers\u00f6nliche Referent Willy Brandts, G\u00fcnter Guillaume, wegen Spionage f\u00fcr die DDR verhaftet worden war. Guillaume ein Spion? Das war fast zum Lachen. Willy kam am 24. April aus Nordafrika zur\u00fcck und h\u00f6rte erst auf dem Flughafen von der Verhaftung Guillaumes. Den ganzen Tag sa\u00df er in Sitzungen und ebenso an den folgenden Tagen, so dass er keine Zeit hatte mit mir dar\u00fcber zu sprechen. Er sagte, am Wochenende des 4. und 5. Mai w\u00fcrde er fortbleiben, um in M\u00fcnstereifel an einer Besprechung teilzunehmen. Am Montag, 6. Mai, kam er in mein Zimmer und sagte: \u201eIch werde heute zur\u00fccktreten.\u201d Ich war nicht erstaunt und sagte: \u201eDas finde ich richtig. Einer muss die Verantwortung auf sich nehmen.\u201d Willy war vielleicht erleichtert, dass er zur\u00fcckgetreten war, aber er verwand es nie. <\/h3>\n<p><i>Ibid.<\/i>, S.350-353,359<\/p>\n<h3><span style=\"color: #3366ff;\">Orelie:<\/span> Frau Rut Brandt, nach 33 Jahren wurden Sie und Willy Brandt geschieden. Wollen Sie dar\u00fcber etwas mitteilen?<\/h3>\n<h3><span style=\"color: #3366ff;\">Rut Brandt:<\/span> Ich meinte, es sei besser, sich scheiden zu lassen. Es schien, als habe er das nicht erwartet \u2013 er stand auf und ging. Am n\u00e4chsten Tag zeigte mir Willy eine feierliche Erkl\u00e4rung, die an die Presse gehen sollte: \u201eWilly Brandt und seine Frau sind \u00fcbereingekommen, die rechtlichen Schritte f\u00fcr eine Aufl\u00f6sung ihrer Ehe einvernehmlich einzuleiten.\u201d Die erste Zeit ging ich \u00fcberall hin, wo ich aus Freundlichkeit oder Mitleid eingeladen worden war, auch wenn ich deutlich gemacht hatte, dass so etwas nicht n\u00f6tig sei. Ich ging zum Tanz in Botschaften, ich ging zu Abendessen, und ich ging zum Damenlunch. Am 16. Dezember 1980 wurden wir geschieden. Es war verabredet, dass wir mit unseren Anw\u00e4lten hinterher bei Lasse ein Glas Wein trinken sollten. Jeder von uns erz\u00e4hlte eine lustige Episode, als ob wir uns vorbereitet h\u00e4tten. Wir lachten und waren freundlich. Aber wir erw\u00e4hnten nicht die 33 Jahre, die wir zusammen gelebt hatten. Es waren die wichtigsten Jahre unseres Lebens, voll von Gutem und weniger Gutem. Wir hatten zusammen drei Kinder und eine Karriere erlebt, die f\u00fcr Willy wie f\u00fcr mich etwas Gro\u00dfartiges gewesen war. Und das musste doch trotz allem eine Grundlage f\u00fcr eine Freundschaft bilden. Aber es sollte meine letzte Begegnung mit Willy Brandt sein.<\/h3>\n<p><i>Ibid.<\/i>, S.373,381,382-383<\/p>\n<h3><span style=\"color: #3366ff;\">Orelie:<\/span> M\u00f6chten Sie abschlie\u00dfend noch etwas sagen?<\/h3>\n<h3><span style=\"color: #3366ff;\">Rut Brandt:<\/span> Ich denke daran, dass ich &#8211; \u201edie Norwegerin\u201d &#8211; das Werden des neuen Deutschlands erlebt habe. Ich bekam meinen ersten Jungen w\u00e4hrend der Berlin-Blockade, als Deutschland geteilt wurde, und meinen letzten als die Mauer errichtet wurde. Ich habe den Weg der Bundesrepublik von der ersten Stunde an verfolgt und mich all dem nahe gef\u00fchlt, was geschah und Form annahm. Ich sah die Mauer fallen und sch\u00e4mte mich nicht meiner Tr\u00e4nen. Jetzt wird die Teilung Geschichte, und ich sehe den Kreis sich schlie\u00dfen \u2013 nicht ohne Skepsis.<\/h3>\n<p><i>Ibid.<\/i>,S.398-399<\/p>\n<h3><span style=\"color: #3366ff;\">Orelie:<\/span> Frau Rut Brandt, ich danke Ihnen f\u00fcr dieses Gespr\u00e4ch<\/h3>\n<div class='watch-action'><div class='watch-position align-right'><div class='action-like'><a class='lbg-style1 like-2688 jlk' href='javascript:void(0)' data-task='like' data-post_id='2688' data-nonce='166a765446' rel='nofollow'><img class='wti-pixel' src='https:\/\/www.einjahrzitate.de\/wp-content\/plugins\/wti-like-post\/images\/pixel.gif' title='Interessant' \/><span class='lc-2688 lc'>+14<\/span><\/a><\/div><\/div> <div class='status-2688 status align-right'><\/div><\/div><div class='wti-clear'><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Orelie: Guten Tag, Frau Rut Brandt. 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